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15 Lausbuben aus Floh-Seligenthal verwandelten sich in kleine Ärzte

Blutspenden kinderleicht gemacht

Doktor Elias schaute sich die Blutproben ganz genau an.

Nils war der Patient, Doktor Elias guckte zwar etwas ungläubig, aber dann untersuchte er seinen Patienten sehr genau ...Iris Peter hilft ihm dabei.

Auch Mia Marie durfte auf dem Patientenstuhl Platz nehmen.

Floh-Seligenthal. „Hallo, ich bin Doktor Jannick“ - „Und ich Doktor Elias“ - tönte es aus einem Spielzimmer der „Kleinen Strolche“ in Seligenthal. Alle 15 Lausbuben waren in weiße Arztkittel geschlüpft. Und die passten bestens. Ebenso die blauen Einweghandschuhe. Denn: Ärzte müssen immer auf die Hygiene achten. Diesbezüglich aber erzählte Iris Peter, Mitarbeiterin des DRK-Kreisverbandes Schmalkalden, den Schulanfängern nichts Neues. Vier Wochen lang stand bei ihnen der menschliche Körper im Zentrum. Als Iris Peter etwas langes Rotes aus ihrem riesigen Koffer holte und wissen wollte, was das denn ist, riefen alle Kinder ganz laut: „Ein Stethoskop!“ Die DRK-Frau war beeindruckt und erfuhr im nächsten Augenblick, dass jedes Kind solch ein für einen Arzt äußerst wichtiges Instrument erst kürzlich aus einem Schlauch und einem Trichter selbst angefertigt hatte. Etliche Neuigkeiten aber brachte Iris Peter den Kindern dann doch noch näher. So stellte sie den Steppkes beispielsweise ihren Doktor Blutspende vor – eine niedliche Handpuppe, die den Mädchen und Jungen knifflige Fragen stellte. „Kann man Blut eigentlich im Supermarkt kaufen?“, lautete eine. Eine andere: „Wozu braucht man Blut?“ Elias war ganz pfiffig und meinte: „Zum Menschen retten.“ Damit lag er freilich richtig. Und dass Blut ausschließlich im menschlichen Körper produziert und in keinem Laden käuflich zu erwerben ist, wussten die Kinder ebenfalls. Auf kindgerechte Weise erklärte die DRK-Mitarbeiterin, warum der „rote Saft“ so wertvoll ist und wie der Ablauf einer Blutspendeaktion verläuft. So sprach sie vom kleinen Pieks ins Ohr, der gar nicht weh tue, den bequemen Stühlen und wies auf den kleinen Schlauch hin, durch den das Blut in den Konservenbeutel transportiert werde. Große Augen bekamen die Kinder als sie sich selbst als Blutspenderin vorstellte. „Und ich fühle mich danach immer sehr fit“, sagte sie. Und weil vor dem Blutspenden auf jeden Mutigen eine ärztliche Untersuchung wartet, durften die Kinder auch selbst Doktor spielen. Kinderhandschuhe und Kittel waren flugs übergestreift. Das Stethoskop wurde vorschriftsmäßig desinfiziert und schon konnte es los gehen. „Jetzt müsst ihr ganz leise sein“, meinte Iris Peter. Mucksmäuschenstill standen die Kinder und schauten auf das Gesicht von „Doktor Elias“. Der guckte etwas ungläubig – so recht hören wollte er das durchlaufende Blut in den Adern von Nils nicht. Auch hörten sich die Kinder gegenseitig ab und hatten dabei viel Spaß. Die Aktion insgesamt basiert auf dem Projekt „Mama und Papa spenden Blut“, das von der Stiftung des DRK-Blutspendedienstes NSTOB gefördert wird. „Schön wäre es, wenn die Kinder ihre Eltern auf die Blutspende aufmerksam machen würden“, meinte Iris Peter. „Und vielleicht begleiten sie ihre Mutti oder ihren Vati dann dorthin.“ Bei einigen Abnahmeterminen richtete das DRK jetzt sogar Kinderspielecken ein. Die kleine „Unterrichtseinheit“ zum Thema Blutspende war in der Lausbubengruppe gleichzeitig Abschluss des großen Projektes „Der menschliche Körper“. In dessen Rahmen wurde viel gemalt – als Beispiele nannte Erzieherin Karola Rothamel Ganzkörperbilder und Gesichtsporträts. Zudem besuchte man einen Allgemeinmediziner in Struth-Helmershof und bekam dort schon sehr viele Informationen über den Aufbau des menschlichen Körpers. Der Mediziner nahm sich viel Zeit und erklärte die Struktur anhand des menschlichen Skeletts. Weitere Schwerpunkte innerhalb des Projektes stellten die gesunde Ernährung und die Bewegung dar. Zudem wurde in den vergangenen vier Wochen von den Kindern sehr gerne Arzt gespielt. (ar)

Autor & Fotos: Annett Recknagel

31. März 2016 18:53 Uhr. Alter: 4 Jahre