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Auf ein Neues...

Brotterode. Prost, Prost, Prösterchen – Grund zum Feiern hatten die Brotteroder Senioren in dieser Woche. Ihre Begegnungsstätte in der Teichstraße wird ab sofort in Trägerschaft des DRK-Kreisverbandes Schmalkalden weiter geführt.

Foto: Na dann Prost: Auf gute Zusammenarbeit angestoßen haben: v.l. Christiane Schubert, Olf-Rüdiger Schmidt, Heike Fischer, Heidelinde Fuchs, Karl Koch und Hans Boller. (© Freigabe: Annett Recknagel)

Als Betreuerin fungiert Christiane Schubert, die bereits jede Menge Ideen für diese Aufgabe mitbringt. Vorerst soll der DRKlub an zwei Tagen – nämlich mittwochs und donnerstags von 13 bis 17 Uhr geöffnet sein. Nach wie vor soll das Miteinander der Senioren im Mittelpunkt stehen. Der Plausch beim gemeinsamen Kaffeetrinken ist ebenso wichtig wie Spielenachmittage und kreative Angebote.

Unter dem Motto „Aktiv für die Aktiven!“ könnte es in Zukunft die verschiedensten Beratungen für Senioren, Gymnastik, Handarbeitszirkel, literarische Nachmittage, Gedächtnistraining, Mundartrunden und nicht zu vergessen Informationen rund um die erste Hilfe geben. Das Thema Hausnotruf spielt dabei eine besonders wichtige Rolle. „Auf Nachfrage würden wir auch Essen auf Rädern nach Brotterode liefern“, erklärt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des DRK Kreisverbandes Schmalkalden, Olf-Rüdiger Schmidt. Entschieden würde das in den nächsten Wochen – auf Wunsch der Senioren. Die treffen sich in der Teichstraße seit nunmehr schon 13 Jahren.

Bislang gehörte das Domizil der Stadt Brotterode. Angesichts der prekären Haushaltslage ist Bürgermeister Karl Koch mit der Trägerübernahme durch das DRK hoch zufrieden. Zumal die Seniorenbetreuung in der Bergstadt nach der Wende immer ausgezeichnet abgelaufen sei. Koch weiß um die Wichtigkeit der Kommunikation im Alter. Und so unterschrieb er den Vertrag bedenkenlos. Danach wurde gemeinsam angestoßen. DRK-Vorstandsvorsitzende Heike Fischer bestätigte den Senioren, mit der Begegnungsstätte in der Stadt etwas „ganz Tolles aufgebaut zu haben“. Als neuer Träger wolle man jetzt freilich den eigenen Schwerpunkt auch mit in die bevorstehende Arbeit einbringen. Das aber sah Fischer als keine große Hürde an. Denn: Seit Eröffnung der Begegnungsstätte im August 2002 und auch schon im alten Domizil führte das DRK hier regelmäßig Blutspendeaktionen durch. Das soll weiter beibehalten werden. Aber: „Ebenso sind wir für neue Dinge aufgeschlossen“, formulierte Fischer. Und hier brachte Christiane Schubert schon den ersten Vorschlag ein. „Wir brauchen einen dritten Tag für unsere Kartenspieler“, sagte sie und Heike Fischer nickte. Gerade beim Skat und auch beim Rommé brauchte man Ruhe – und damit einen gesonderten Öffnungstag. Ebenso bot Heike Fischer an, dass Senioren bei Jubiläumsfeiern die Begegnungsstätte außerhalb der Öffnungszeiten gerne privat nutzen dürfen. Und die beiden langjährigen Ansprechpartner Heidelinde Fuchs und deren Lebensgefährten Hans Boller bleiben den Senioren freilich auch erhalten. Natürlich wollen beide jetzt etwas kürzer treten. In den vergangenen 13 Jahren waren sie es, die den Klub mit ihren Ideen am Leben erhielten. „Heidelinde hat uns immer schön verwöhnt“, sagte Brigitte Kuntze und lächelte. „Jeden Tag hat sie Kuchen gebacken.“ Und noch mehr: Die Türen der Begegnungsstätte standen einst täglich offen. Ganz zu Beginn gab es hier gar ein gemeinsames Frühstück – auch Mittagessen, Vesper und Abendbrot bot das Paar an. „Teilweise haben wir am Tag 65 Personen hier gehabt“, erinnerte sich Heidelinde Fuchs. Ihr Lebensgefährte war angestellt – sie half ehrenamtlich. „Das waren unzählige Stunden und schöne Veranstaltungen“, sagte sie. Als Beispiels nannte sie Frauentagsfeiern, Faschingsnachmittage, Kirmestanz und Weihnachtsfeiern. Auch feierte man vier Goldene Hochzeiten im Klub. „Ich habe diese Aufgabe immer sehr gerne gemacht, eben weil die Leute hier ganz dankbar dafür sind und das motiviert natürlich“, meinte Heidelinde Fuchs. Ihr Lebensgefährte holte die Senioren bei Veranstaltungen gar von zu Hause ab und brachte sie nach Beendigung dorthin wieder zurück. Hans Boller organisierte zudem in der Vergangenheit mehr als 80 Bus- und Mehrtagesfahrten, an denen immer mindestens 40 Personen teilnahmen. Auf Wunsch wird der Brotteröder diese Aufgabe auch künftig weiterführen. Ende Mai steht bereits der nächste Ausflug im Plan. Fünf Tage soll es in ein Wellnesshotel in den bayerischen Wald gehen. 35 Damen und Herren freuen sich schon auf diese gemeinsame Unternehmung.

Im Durchschnitt treffen sich regelmäßig 30 Personen in der Brotteroder Begegnungsstätte. Zum Neustart war eine lange Tafel voll besetzt. Etliche der Herrschaften sind bereits über 80 Jahre. Bürgermeister Karl Koch bezeichnete sich selbst mit seinen 65 Lenzen als Juniorsenior. Für Stimmung war damit gesorgt und gute Laune gab es an dem Nachmittag umsonst.

Text und Foto: Annett Recknagel

6. Mai 2015 10:20 Uhr. Alter: 5 Jahre